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The Comparative Family History Project

The Comparative Family History Project

Projektleitung: Prof. Dr. Bradd Shore, Prof. Dr. Harald Welzer
Mitarbeiter: Lesley Ann Bleakney und Dr. Jens Kroh

Gefördert durch die Sloan Foundation

Innerhalb einer Familie stellen Vergangenheitserzählungen ein elementares und einzigartiges Element in der Identitätsbildung und –Erhaltung der Familie und der ein einzelnen Familienmitglieder dar. Obwohl diese Einsicht bereits von der Entwicklungspsychologie als auch von der Familiensoziologie postuliert wird, unterstützt durch kleine Fallstudien, fehlt es überraschenderweise an Vergleichsstudien über Familienerzählungen. Dies ist umso überraschender, da sich Familien den enormen gegenwärtigen Herausforderungen des stetigen Wirtschaftswandels und der Globalisierungsprozesse gegenübergestellt sehen. Es scheint hierbei besonders wichtig die familiären Reaktionen und die Formen der Bewältigung dieser Herausforderungen zu untersuchen. Auch unter neuen ökonomischen Bedingungen müssen Familien die erfolgreiche Kombination von persönlichem Ehrgeiz, wirtschaftlicher Absicherung, zufrieden stellenden Beziehungen und einer guten Schulbildung bewerkstelligen.

Familienerzählungen synthetisieren und integrieren diese unterschiedlichen Bereiche. Wie genau vollzieht sich jedoch dieser Prozess? Was sind die Bedrohungen denen Familien ausgesetzt sind, ausgelöst durch die Einflüsse der Globalisierung auf Arbeits- und Karrieremuster als auch auf Zukunftsperspektiven der Familienmitglieder?

Diese Studie untersucht inwiefern sich verändernde ökonomische Bedingungen und Arbeitsleben den Bezugsrahmen mitgestalten, wie Familien sich und ihr Selbstverständnis als Familie über zeitliche Etappen hinweg empfinden und definieren.

Eine länderübergreifende Studie über familiäre Vergangenheitserzählungen ist in Deutschland, den USA und in Luxemburg angesetzt. Dabei sollen im Wesentlichen die Unterschiede (a) in der Reproduktion des Familiensystems; (b) wie lokale Bedingungen und Geschichte die Positionierung von Familien zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt haben; (c) die lokale wirtschaftliche und berufliche Perspektive; und (d) lokale Vorstellungen über die Beziehung von Arbeit und Familie identifiziert werden.

Die Funktion der Familienerzählung als zeitübergreifendes, stabilitätsgebendes Element für die Familie ist allgegenwärtig. Das vorgestellte Forschungsvorhaben richtet sich auf den Inhalt und die Form der Familienerzählungen und ob, und wenn ja, wie diese unter dem Einfluss der familiären Position in Bezug auf distinkte historische, soziale und ökonomische Bedingungen stehen.

Unser besonderes Interesse gilt der Rolle und dem Status von Arbeitsperspektiven und Karrierevorstellungen und ihre Beziehung zu Familienleben und Familienidentität in den einzelnen Familien. Die für dieses Projekt ausgewählten drei Gesellschaften lassen eine faszinierende Palette von Kontrasten andeuten. Demzufolge werden die Ergebnisse dieses Projekts wichtiges Datenmaterial für die Theorie der Familienerzählung und ihre Rolle in der Identitätsentwicklung von Familie und Familienmitgliedern liefern.